http://www.report-k.de/content/view/49092/59/ Bericht vom 02.02.2012
Donnerstagabend im Kölschen Fasteleer: Gute Stimmung in den großen Sälen

Der Hausmann auf der Bühne bei der Kölsch Hätz Sitzung. Im Elferrat Kermit.
100 Prozent ausverkauft meldete dagegen die Kölsch Hätz Sitzung im Theater am Tanzbrunnen. Robert Greven moderierte und ein Mitglied, Andreas Boden war besonders tapfer, denn er hielt als Kermit durch. Beim Kölsch Hätz sprudeln die Spenden. Seit April, dort macht man immer den Jahresschnitt, hat man 136.000 Euro für krebskranke Kinder gesammelt und rechnet auf der Sitzung mit weiteren rund 40.000 Euro. Das Programm für die exakt 1.064 Gäste vom Allerfeinsten und da ist es wenig verwunderlich, dass die Sitzung meist schon 14 Tage nachdem der letzte des Elferrates die Bühne verlassen hat wieder ausverkauft ist. Bläck Fööss, Brings, Stelter, Cantz, Metzger, Beckers, Paveier, Cöllner, Brings und Klungelköpp standen auf dem Programmzettel. In 12 Jahren hat das Kölsch Hätz Team um Robert Greven 1,35 Millionen Euro gesammelt. Am 15.2.2012 ab 18 Uhr wird man Geschenke von großen Karnevalskünstlern versteigern. Unter anderem die rote Bühnenjacke von Guido Cantz, die Ukulele von Bernd Stelter und Brings haben auch eine Überraschung beigesteuert. Der Erlös kommt zu 100 Prozent dem Kölschen Hätz zu Gute.
http://www.ksta.de/html/artikel/1327500711553.shtml
Ein Prinzessinnen-Zuhause auf Zeit
Von Anja Katzmarzik, 28.01.12, 14:23h

Der Förderverein krebskranker Kinder e.V. setzt sich unermüdlich für erkrankte Kinder ein. Neben einem Elternhaus finanziert der Verein zudem Kuren und fünf Stellen auf der Kölner Kinderkrebsstation. Davon profitiert auch die dreijährige Victoria.
Die dreijährige Victoria leidet unter einem Neuroblastom. Hier ruht sie sich nach dem Toben mit ihrem Lieblingsplüschtier auf dem Hochbett im Spielzimmer aus. Köln - Mit Vollgas kommt die Prinzessin um die Ecke geflitzt. So schnell, dass die Kinderwagen in der Eingangshalle in Sicherheit gebracht werden müssen. Erst kurz vor der großen Kommode bremst Prinzessin Victoria ab. Zum ersten Mal in dem noch jungen Jahr brennt auf dem Möbelstück eine Kerze, obwohl draußen die Sonne scheint. Besucher fragen, ob ein Kind Geburtstag hat. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Heute Morgen ist ein zwölf Jahre alter Junge gestorben. Er litt an Krebs. Wie Victoria auch.
Nur an ihrer Glatze ist zu erkennen, dass sie eine Chemotherapie hinter sich hat: Bei der Dreijährigen wurde im vergangenen Mai ein Neuroblastom entdeckt. Diese Art bösartiger Tumore siedelt sich im Nervensystem an und stellt die häufigste Krebsart bei Kindern dar und tritt im frühen Kindesalter auf. Etwa 40 Prozent erkranken im ersten Lebensjahr. 90 Prozent der Patienten sind jünger als sechs Jahre. Spenden sind überlebenswichtig.
Die letzte Hoffnung für viele Familien ist Prof. Dr. Frank Berthold, Chef der Kinderonkologie der . Er ist auf das Thema spezialisiert und führt derzeit eine Studie dazu durch. Für Victoria ist es heute jedoch wichtiger, sich als Prinzessin zu verkleiden. Denn heute hat sich ein Fotograf angesagt. Eine Spende wird übergeben. Und Spenden sind ihrem Fall überlebenswichtig. Der Förderverein krebskranker Kinder e.V. betreibt nicht nur das Elternhaus, in dem Victoria für die Zeit ihrer Behandlung mit ihrer Mutter wohnen kann und sie einen wichtigen Schutzraum finden. Mit 800 000 Euro jährlich gibt der Verein – den betroffene Eltern aus einer Selbsthilfe heraus 1990 gründeten – Kindern und ihren Eltern in dem behaglich und freundlich eingerichteten Gebäude an der in Köln-Lindenthal ein zu Hause auf Zeit. Hier finden sie Geborgenheit und – wenn sie wollen – Beratung. „Es geht darum Mut, Zuversicht und ein bisschen Ruhe zu vermitteln“, erklärt die Vereinsvorsitzende Marlene Merhar. Das Angebot gilt auch für Eltern von anderen chronisch kranken Kindern.
In 15 Appartements mit eigener kleiner Küche können die Familien während der schweren Zeit der Therapie in der Uniklinik nebenan zumindest ein kleines Stück normales Familienleben führen. Es gibt aber auch eine große Gemeinschaftsküche, Raum für Gespräche, Spiel und Hobbys.
Der Weg zur Heilung ist weit und hart. Der Verein bezahlt aber auch Freizeitfahrten oder Kuren, die von der Krankenkasse nicht genehmigt wurden, und hilft in Not geratenen Familien. Erkrankt ein Kind so schwer, müssen Eltern oder alleinerziehende Elternteile oft ihre Beruf aufgeben. „Viele kommen in finanzielle Not“, so Hausleiterin Andrea Tepe. Besonders tragisch ist es, wenn das Kind stirbt. „Sie können dann nicht einmal die Beerdigung zahlen.“
Zwar stehen die Heilungschancen für an Krebs erkrankte Kinder relativ gut. 70 Prozent werden dauerhaft geheilt. Doch der Weg dorthin ist weit und hart, Folgeschäden bleiben. Und Beratung oder kurzfristige Unterbringung wie hier im Elternhaus sind immer noch keine Regelleistung. Ist das Kind schlimm dran oder sind noch andere Geschwisterkinder in der Familie, stellt es für Familien schon oft ein unüberbrückbares Hindernis dar, nur einen Arzttermin wahrzunehmen. „Sie haben keine Zeit und kein Geld für Kinderbetreuung.“
Andere kommen von weit her, wie Olesja Statsenko aus Moskau, deren Sohn Matvey einen Gehirntumor hat. „Wir haben unsere Wohnung und unser Auto verkauft, um herkommen zu können. Wir glauben, dass die Ärzte hier uns helfen können.“
Für die Pharmaindustrie sind 2000 Kinder nicht genug. Der Förderverein leistet aber nicht nur wichtige psychosoziale Arbeit. Er kämpft auch um wissenschaftliche und politische Hilfe für die Kinder, für die es keine Lobby gebe. „Für die Pharmaindustrie sind 2000 Kinder, die in Deutschland im Jahr erkranken, nicht genug, damit es sich für sie lohnt, in spezielle Kinderkrebs-Forschung zu investieren.“ Dabei unterscheiden sich die Krankheitsverläufe komplett von denen Erwachsener.
So muss der Verein derzeit fünf Stellen auf der Kinderkrebsstation finanzieren und muss immer um die Übernahme von Kosten für spezielle Onkologen oder Palliativmediziner bangen, die es ohne den Spendeneinsatz des Vereins nicht gäbe. Für zwei Arztstellen, die der Verein finanzierte, gab es „erst nach jahrelangem Kampf“ eine Regelfinanzierung. Eine weitere bezahlt er immer noch.
Der Verein kämpft ständig für die Übernahme von Kosten für spezielle Onkologen oder Palliativmediziner für Kinder, die ihnen nicht zugestanden werden. Eine Arztstelle, die der Verein finanzierte, bekam „erst nach jahrelangem Kampf“ eine Regelfinanzierung. Zwei weitere bezahlt der Verein immer noch. Merhar: „Das ist eigentlich nicht unsere Aufgabe. Aber die Alternative ist, dass es unseren Kindern noch schlechter geht.“ Victoria und Matvey ahnen davon zum Glück nichts. Hauptsache, dass Prinzessinnenkostüm passt. Ihnen geht es für ihre Verhältnisse schon besser. Für den Moment. Und hoffentlich für die Zukunft. 
